David Garrett

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David Garrett bei der José Carreras Gala 2012 in Leipzig Foto: Michael Tinnefeld

 

„Du musst ein Weltklassegeiger sein, um eine gute Crossover-CD zu machen“, sagt  David Garrett, selbst einer der besten Violinisten der Welt.

Garrett kam als Sohn eines deutschen Juristen und einer amerikanischen Primaballerina in Aachen zur Welt und hat trotz seines jungen Alters bereits eine beispiellose Karriere absolviert.

Die Weichen dafür wurden früh gestellt: Erste Geige mit vier, erster Auftritt mit den Hamburger Philharmonikern mit zehn, erster Exklusivvertrag bei der Deutschen Grammophon Gesellschaft mit 13.

1999, auf dem ersten Höhepunkt seiner Karriere, macht Garrett dann eine Zäsur. Er entschließt sich, aus seinem vorgezeichneten Lebensweg als klassischer Geiger auszubrechen und zieht nach New York, um  an der renommierten Juilliard School sein theoretisches Fundament zu erweitern und seine Technik zu vervollkommnen.

Nach Abschluss seines Studium formuliert Garrett seine Vision: Junge Menschen an die Klassik heranführen. Dafür mischt er Klassik mit Pop-, Rock- und Rhythm-and-Blues-Elementen. Garrett: „Ich habe den Anspruch, dass die Crossover-Stücke, die ich arrangiere, auf einem mindestens ebenso hohen Niveau sind wie die klassischen Werke. Wenn ein anderer Geiger die Noten sieht, muss er sagen: Da ist ein verdammt guter Violinpart. Der ist so schwierig, den müsste ich stundenlang üben, bevor ich ihn spielen kann.“

David Garrett wird so nicht nur ein technisch brillanter Ausnahmekünstler, der von bedeutenden Geigenvirtuosen wie Isaac Stern, Yehudi Menuhin und insbesondere Ida Haendel unterstützt wird, sondern er verfügt auch über ein enormes musikalisches Wissen.

So brachte ihn seine musikalische Kenntnis dazu, Michael Jacksons „Smooth Criminal“ mit Mozarts „Türkischem Marsch“ zu verflechten, und dies bereits vor Michael Jacksons Tod – bevor sich die Welt an dieses Ausnahmetalent erinnerte.

David Garrett setzt selbst Trends, weil auch er seiner Zeit voraus ist. Gleichzeitig weiß er, dass Talent und Beherrschung des Instruments alleine nicht ausreichen, um Werke geistig zu durchdringen und verstehen zu können. Musiktheoretisches Hintergrundwissen befähigt den weitgereisten Künstler, Partituren zu analysieren und zu hinterfragen: „Viele große Werke bergen einen unglaublichen Reichtum und eine Vielfalt an Möglichkeiten in sich. Eine bestimmte Taktfolge im „Türkischen Marsch“ von Mozart und „Smooth Criminal“ haben fast dieselbe Harmoniefolge. Daran kann man sehen, dass sich die Musik bis auf die Instrumentalisierung in den letzten 250 Jahren kaum geändert hat. Wir arbeiten immer noch mit demselben Material.“

Der Lohn für den Künstler sind gigantische Erfolge beim Publikum, wie über Monate ein erster Platz in den amerikanischen Klassik- und Classical-Crossover-Charts. Hinzu kommen höchste Auszeichnungen, wie  2008 der ECHO Klassik in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen“, 2010 der ECHO Klassik in der Kategorie „Bestseller des Jahres“ und 2011 zwei ECHO Klassik, und zwar in den Kategorien „Beste DVD-Produktion national“ und „Bester Künstler in der Kategorie Rock/Pop national“.

Einen besonderen Auftritt hatte David Garrett dann 2012. Unter der Regie von Bernard Rose spielte er in dem Film „Paganini: The Devil’s Violinist“ die Hauptrolle.

Und noch ein wichtiges Ereignis gab es in diesem Jahr: 2012 wurde David Garrett Botschafter der Deutschen José Carreras Leukämie-Stiftung e. V. – ein Projekt, das ihm besonders am Herzen liegt und für das sich Garrett schon davor engagiert hatte.

So besucht Garrett seit Jahren regelmäßig Patienten auf Leukämie-Stationen, um ihnen Mut zuzusprechen. Und er war bereits mehrfach zu Gast in der José Carreras Gala, und zwar 2007, 2009, 2011 und 2012. Unvergessen ist der gemeinsame Auftritt von José Carreras, David Garrett und Udo Jürgens beim Finale der José Carreras Gala 2011 in Leipzig. In diesem Jahr wird David Garrett ein Stück aus seiner neuen CD „Timeless“ präsentieren.