Patientenhaus in Regensburg feierlich eingeweiht

Es ist ein bislang bundesweit einmaliges Projekt der Hilfe. Mit Unterstützung der José Carreras Leukämie-Stiftung sowie vielen weiteren Organisationen und privaten Spendern wurde am 15. Juni 2018 das Patientenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern am Universitätsklinikum Regensburg feierlich eröffnet. Die Baukosten von 4,7 Mio. Euro wurden vollständig aus Spenden und Stiftungszuwendungen finanziert. Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder gratuliert zu diesem deutschlandweit bisher einzigartigen Projekt per Videobotschaft.

Botschafter und Unterstützer des Patientenhauses (v.l.n.r.): Finja Bogdanski (Schülerin), Thomas Jansing (Geschäftsführer Sternstunden e.V.), Dr. Gabriele Kröner (Geschäftsführender Vorstand José Carreras Leukämie-Stiftung), Katja Rußwurm (Moderatorin), Dr. Franz Kohlhuber (Vorstand der Stiftung Deutsche Krebshilfe), Klaus Augenthaler (Fußballweltmeister), Franz Bast (Architekt). Foto: UKR / Klaus Völcker

Dr. Gabriele Kröner, Geschäftsführender Vorstand der José Carreras Leukämie-Stiftung: „Familienangehörige von Leukämiepatienten, die oft von weit anreisen müssen, können jetzt direkt neben dem Universitätsklinikum im Patientenhaus übernachten. In einer schwierigen Lebensphase bietet das Patientenhaus den Leukämie-Patienten und deren Angehörigen Ruhe und Geborgenheit. Wir sind deshalb sehr glücklich, dass wir das José Carreras Begegnungszentrum im Patientenhaus mit 400.000 Euro realisieren konnten. Dieser Ort soll eine Stätte sein zum Treffen, Austausch, Kraft tanken und auch Trost spenden in allen Lebenslagen, die solch eine schwere Erkrankung für den Patienten und seine Angehörigen und Freunde mit sich bringt. Die Einrichtung wird sich hoffentlich in vielen Fällen positiv auf die Genesung der Leukämie-Patienten auswirken. Unser Dank gilt deshalb allen Spenderinnen und Spendern der José Carreras Leukämie-Stiftung, die dieses Hilfsprojekt möglich gemacht haben. Jeder Euro hilft, Leben zu retten und Leid zu lindern.“

Nutzung des Patientenhauses: Anmeldungen für die Übernachtung im Patientenhaus sind an die Geschäftsstelle der Leukämiehilfe Ostbayern (Franz-Josef-Strauß-Allee 15, 93053 Regensburg, info@lh-ostbayern.de) zu richten.

Die José Carreras Leukämie-Stiftung unterstützt am Universitätsklinikum Regensburg bislang 15 Sozial- und Forschungsprojekte mit einer Gesamtsumme von 5,5 Millionen Euro. Das mit 500.000 Euro größte geförderte Forschungsvorhaben ist eine von der Universität Regensburg geleitete Multi-Center-Studie zur Bekämpfung von Abstoßungsreaktionen nach Stammzelltransplantationen, der sogenannten Graft-versus-Host-Reaktion.

Für die Leukämiehilfe Ostbayern ist das Patientenhaus ein Meilenstein in ihrer 20-jährigen Geschichte und zugleich ihr größtes Projekt. Nach 20-monatiger Bauzeit entstand direkt neben dem Universitätsklinikum Regensburg ein modernes Gebäude, das nicht nur mit einer besonderen Architektur aufwartet, sondern auch einen wichtigen Auftrag hat: es bietet kostengünstige Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige von Krebspatienten, die im UKR stationär behandelt werden. Fußläufig von den entsprechenden Stationen entfernt, sind dadurch für die Angehörigen jederzeit Besuche am Krankenbett möglich, ohne täglich weite Fahrten oder hohe Hotelkosten auf sich nehmen zu müssen. Zugleich dient das Patientenhaus auswärtigen Patienten, die lange Anreisewege für ambulante Behandlungen sowie Vor- und Nachsorgetermine im UKR haben und dafür eine kliniknahe Übernachtungsmöglichkeit brauchen.

Architekt Manfred Blasch (r.) übergibt symbolisch den Schlüssel an Prof. Dr. Reinhard Andreesen. Foto: UKR / Klaus Völcker

„Wir wissen seit langem, dass wir den stationären Krebspatienten, die oft viele Wochen und Monate in der Klinik verbringen, mit mehr Nähe zu Familie und Freunden wichtige Unterstützung ermöglichen. Das wirkt sich positiv auf die Motivation der Patienten im Kampf gegen die Erkrankung aus und hilft auch den Angehörigen, die Herausforderungen dieser schweren Zeit besser zu bewältigen“, erläutert Professor Dr. Reinhard Andreesen, Vorsitzender der Leukämiehilfe Ostbayern, den Hintergrund des Projektes. „Mit dem heutigen Tag schaffen wir ein Angebot, das es so in Deutschland bisher noch nicht gibt. Dafür danke ich allen, die am Bau des Hauses mitgewirkt haben, und vor allem den vielen Menschen und Institutionen, die das Patientenhaus mit Geld- und Sachspenden überhaupt erst möglich machten.“

Albert Füracker, Bayerischer Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat, sagte in seinem Grußwort. „Ich bin zutiefst beeindruckt, welch schönes Gebäude hier errichtet wurde und mit welch großem Engagement es der Leukämiehilfe Ostbayern gelungen ist, in kurzer Zeit eine Idee Wirklichkeit werden zu lassen. Als Ort der Geborgenheit und der Begegnung hilft es Angehörigen und Patienten in einer schwierigen Situation und ermöglicht eine bestmögliche Behandlung. Die enorme Unterstützung aus der ganzen ostbayerischen Region bestätigt, dass wir dieses Haus brauchen und dass sich viele Menschen mit dem Auftrag des Patientenhauses verbunden fühlen.“

Dass die Behandlung einer schweren Erkrankung nie nur eine rein medizinische Angelegenheit ist, sondern den Menschen als Ganzes im Blick haben muss, bekräftigte auch Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Bürgermeisterin der Stadt Regensburg. Die ostbayerische Region erhalte damit eine weitere Verbesserung ihrer erstklassigen onkologischen Versorgung, so Maltz-Schwarzfischer.

Geben dem Haus ihren Segen: Dr. Hans-Martin Weiss (l., Regionalbischof des Evangelischen Kirchenkreises Regensburg), Dr. Roland Batz (Domkapitular des Bistums Regensburg). Foto: UKR / Klaus Völcker

Musikalisch begleitet von den Regensburger Domspatzen, erfuhren die Gäste der Eröffnungsfeier von den vielen Initiativen, die die Spenden für das Patientenhaus möglich machten. Nicht nur der alljährliche und weithin bekannte Leukämielauf, sondern zahlreiche private Aktionen in ganz Ostbayern, aber auch viele Unternehmensinitiativen und namhafte Botschafter sorgten dafür, dass das Anliegen des Patientenhauses weit über Regensburg hinaus bekannt wurde und enorme Unterstützung erfuhr. So wurde mehr als die Hälfte der Baukosten von 4,7 Mio. EUR aus privaten und Firmenspenden generiert. Knapp 2 Mio. EUR steuerten darüber hinaus die José Carreras Leukämie-Stiftung, Sternstunden, die Deutsche Krebshilfe, die Deutsche Fernsehlotterie und die Bayerische Landesstiftung bei, deren Vertreter sich beim heutigen Festakt vom Patientenhaus beeindruckt zeigten und ihre finanziellen Hilfen bestens angelegt sahen.

Nach der symbolischen Schlüsselübergabe durch Manfred Blasch von Blasch Architekten Regensburg an die Leukämiehilfe Ostbayern segneten Dr. Hans Martin Weiß, Regionalbischof des Evangelischen Kirchenkreises Regensburg, und Dr. Roland Batz, Domkapitular des Bistums Regensburg, die neuen Räumlichkeiten.

Das Patientenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern e.V. Foto: UKR / Klaus Völcker

„Wir freuen uns sehr darauf, bald die ersten Gäste im Patientenhaus begrüßen zu können. Sie erwartet ein lichtdurchflutetes Haus mit Rückzugsorten, aber auch mit Gemeinschaftsräumen für die Begegnung und den Austausch mit anderen Betroffenen“, erläutert Professor Andreesen. Das Patientenhaus verfügt über 18 Wohneinheiten, aufgeteilt in vier Wohnungen mit Bad und Küche sowie in 14 Appartements mit Bad, die teils auch behindertengerecht ausgestattet sind. Insgesamt bietet das Haus Platz für bis zu 46 Personen. Eine große Gemeinschaftsküche, ein Aufenthaltsraum und eine nach Süden ausgerichtete, großzügige Terrasse lassen Erholung und Begegnung gleichermaßen zu. Seminarräume und ein Familienberatungszimmer bieten Raum für psychoonkologische Gespräche, Entspannungsübungen und Angebote der Familientherapie.

Neben reinen Übernachtungsmöglichkeiten bietet das Patientenhaus auch praktische und psychische Unterstützungsangebote, um seine Bewohner in dieser schwierigen Lebensphase möglichst ganzheitlich aufzufangen.