Stiftungsprofessur mit Prof. Daniel Nowak besetzt

Professor Dr. Daniel Nowak

Professor Dr. Daniel Nowak (Bild) ist auf die José Carreras Stiftungsprofessur für Leukämieforschung an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg berufen worden. Die José Carreras Leukämie-Stiftung fördert die Forschung zum Blutkrebs und unterstützt die Finanzierung einer Forschungsprofessur an der III. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim (UMM). Insgesamt beläuft sich die Förderung für den Lehrstuhl für Leukämieforschung durch die José Carreras Leukämie-Stiftung auf rund 400.000 Euro.

Dr. Gabriele Kröner, Geschäftsführender Vorstand der José Carreras Leukämie-Stiftung: „Nur über Forschung wird es uns gelingen, Leukämie und verwandte Blutkrankheiten eines Tages heilbar zu machen. Die Einrichtung der Stiftungsprofessur ist uns deshalb ein Herzensanliegen. Im Namen aller Patienten, deren Familien und unseren vielen Unterstützern wünschen wir Prof. Nowak viel Erfolg bei seiner wichtigen wissenschaftlichen Arbeit.“

Nowak hat seit 2009 an der III. Medizinischen Klinik eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe aufgebaut, die hämatologische Neoplasien erforscht. Speziell geht es um die Mechanismen, die Myelodysplastischen Syndromen (MDS) und akuten Leukämien zugrunde liegen.

Professor Daniel Nowak: „Ich freue mich, meine Forschung im gewohnten produktiven Umfeld und mit meinem bewährten Team hier in Mannheim fortführen zu können. Es geht jetzt darum, das Modell zu nutzen und Erkenntnisse zu gewinnen, auf deren Basis wir neue therapeutische Konzepte entwickeln können.“

Professor Wolf-Karsten Hofmann, Direktor der III. Medizinischen Klinik an der UMM „Dank der José Carreras Leukämie-Stiftung werden wir die Früchte der Entwicklungsarbeit der vergangenen Jahre auch hier in Mannheim ernten können. Es ist Daniel Nowak und seinem Team in den vergangenen Jahren gelungen, ein präklinisches Modell zu etablieren, mit dem sich MDS-spezifische Pathomechanismen erforschen lassen. Damit ist uns quasi das Werkzeug in die Hand gegeben, die molekularen Mechanismen, die diesen Erkrankungen des blutbildenden Systems zugrunde liegen, aufzudecken.“

Der Begriff der MDS umfasst eine Reihe von Erkrankungen des Knochenmarks, die durch einen gestörten Blutbildungsprozess gekennzeichnet sind. Genetische Veränderungen der blutbildenden Zellen sind verantwortlich für das Krankheitsbild des MDS. Die Mutationen, die im Laufe des Lebens zufällig erworben werden, führen dazu, dass das Knochenmark aus den Stammzellen keine reifen und funktionstüchtigen Blutzellen mehr bilden kann. Mit den Myelodysplastischen Syndromen verbunden ist ein erhöhtes Risiko, eine akute myeloische Leukämie (AML) zu entwickeln.

Obwohl in den vergangenen Jahren neue Erkenntnisse über Mutationen bei MDS dazu beigetragen haben, den molekularen Hintergrund dieser malignen Knochenmark-erkrankungen zu verstehen, blieben die dadurch induzierten molekularen Mechanismen weitgehend unklar. Es fehlte ein Modell, mit dem man sie mittels biologisch-funktioneller Analysen hätte aufklären können.